Hier findest du einige allgemeine Informationen zur Astrofto-Technik

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Mein aktuelles Setup

Jede Sternwarte ist nur so gut wie ihr Teleskop. Ich hatte ja schon den tollen Lacerta 250/1000 Photonewton auf der Skywatcher EQ6-R. Aber 1000mm sind für z.B. die Andromeda Galaxie einfach zu lang. Also sollte noch etwas Kürzeres auf die Nachführung… so um die 450-500 mm. Das ist eigentlich der Bereich der APOs. Also war die erste Frage: „APO oder NEWTON“? Beide Designs haben vor und Nachteile. Zwei APO Nachteile haben mich eher in Richtung Newton geschoben: Zum einen muss ein APO viel öfter im Fokus nachjustiert werden als ein Newton und ein guter APO kostet gerne das Gleiche oder mehr, als ein Newton. Auf der anderen Seite muss ein APO nicht immer wieder kollimiert werden. 
Recht schnell bin ich (bei Newton & APO) bei der japanischen Edelschmiede Takahashi gelandet. Nach vielen Überlegungen wurde es der Takahashi Epsilon 160 ED – ein für Astrofotografie optimierter Newton mit in den OAZ eingeschraubten und optimierten Komakorrektor. Der 160er „TAK“ hat 530mm Brennweite bei einem 160mm Spiegel. Die Verarbeitung ist ein Traum und der OAZ ist von Hause aus rotierbar!!! Warum machen das nicht alle Hersteller?

Natürlich konnte ich das alles nicht auf meine Skywatcher EQ6-R laden. Also hatte ich mir bereits eine Skywatcher EQ8-R zugelegt. Das Teil ist ein gaaanz andere Level als die kleinere EQ6… aber ok, sie kostet auch ein bisschen mehr 😉. Die Laufruhe der Motoren ist aber auch auf einem völlig anderen Niveau. 

Befestigt habe ich alles via einer Losmandy Schiene, welche an jedem Ende ein um 90° versetzte Losmandy Klemme hat. Das Teil stammt von Teleskope-Austria, wo ich auch meinen TAK gekauft habe.

Nun musste ich alles in Balance bringen. Das war gar nicht so einfach. Teleskop etwas vor rücken, dann wieder zurück und natürlich noch ein passendes Gewicht an den um 5 Kg leichteren TAK anbringen – wobei ich nur 3Kg brauchte.
Auch die Nachführung brauchte noch eine 10Kg Erweiterung – zuzüglich zu den schon angebrachten 20Kg Gegengewichten!

Aktuell stemmt die EQ8 die 19Kg des Lacerta Teleskops (inkl. Kamera…) und 15Kg des Takahashi(inkl. Kamera… und 3Kg Gegengewicht) sowie 30Kg Gegengewichte – in Summe also 64Kg. Ausgelegt ist die EQ8 auf 70-75Kg Gesamtgewicht (Teleskop + Gegengewicht). Also alles im guten Rahmen.
Falls jetzt jemand anmerkt, dass die EQ8 50Kg Teleskop-Traglast hat, dann ist das richtig, aber auch die Gegengewichte haben eine Lastgrenze.

Beim Setup musst ich beachten, dass nur ein Teleskop guiden und somit die Nachführung steuern kann. Da ich bisher keinen „Switch“ für die 3 Steuerungsanschlüsse an der Nachführung gefunden habe, hat jedes Teleskop eine eigene „Strippe“, welche an die Nachführung geht. Ich muss also immer das entsprechende Teleskop an die EQ8 anklemmen. 

Wie schaut das Setup nun aus?

Lacerta 250/1000 Photonewton
Computer:    ASIAIR Plus
Kamera:          ASI 2600 MC DUO
Guiding:        ASI 220 mono in der 2600 DUO
FILTER:            ZWO EFW 7x 2”
Rotator:        ZWO Rotator
Focus:            ZWO EAF
Verteiler:     Pegasus Ultimate Powerbox v3

Gesamt-Gewicht: 19,1 Kg


Takahashi Epsilon 160 ED
Computer:     ASIAIR Plus
Kamera:          ASI 2600 MC 
Guiding:         ASI 220 mono mini mit ZWO OAG
FILTER:             ZWO EFW 5x 2”
Rotator:         Im OAZ des Takahashi
Focus:             ZWO EAF
Verteiler:     Pegasus Pocket Powerbox Advanced Gen2

Gesamt-Gewicht: 12,1 Kg (+3Kg Ausgleichsgewicht)


Die Pegasus Boxen nutze ich sowohl als USB-Verteiler als auch für sämtliche 12V Stromanschlüsse. Die ASIAIR Boxen sind zwar super, aber im Bereich Energiemanagement taugen sie nix 😉. Beide Boxen sind via Ethernet-Kabel an einem kleinen Hub und von dort an einem Unify-Mesh-Point angeschlossen. Der hängt in meinem Netzwerk und so kann ich von überall zu Hause auf die ASIAIR-Boxen zugreifen.
Ach ja, die große Pegasus Bax hat ein 20A und die kleine ein 10A Netzteil. Das sollte reichen 😉.

Den TAK kann ich sehr einfach abbauen und auf meine EQ6 packen. Das ist dann mein Setup, wenn ich mit dem Auto mal raus an einen dunklen Place fahre. Dafür habe ich dann 2 Akkus. Einen für die Nachführung und einen für den Rest.

Wer genau hingesehen hat wird den Mele-Mini-PC auf dem Lacerta gesehen haben. Ich bin aktuell dabei, von der ASI-Welt zu N.I.N.A., PHD2, GSS etc. umzusteigen. Mal sehen, wann ich da alles im Griff habe.
ANMERKUNG September 2025: Ich bleibe beim ZWO Setup. Da ich das Dach meiner Sternwarte nicht elektrisch öffnen kann, mach das ganze NINA Universum mit den ganzen weiteren Softwaretools für mich keinen Sinn.

Das Setup sollte erst mal die kommenden Jahre ausreichen… Hier noch ein paar Fotos:

Anmerkungen zum Takahashi Epsilon 160 ED f3.3

Der Takahashi ist von deiner Abbildungsqualität und der Verarbeitung ein Traum-Teleskop. So schlicht er aussieht, so perfekt sind seine Details. Allein der om OAZ eingebaute manuelle Rotator ist in der Drehung unglaublich präzise. Ich vermute, dass auf den Teilen des Rotatord eine extrem feste und hochwertige Teflonbeschichtung aufgebracht ist. Da wackelt nichts und alles gleitet perfekt. Der im OAZ eingebaute Komakorrektor ist perfekt mit den Spiegeln abgestimmt. Da merkt man die handwerkliche Perfektion der Japaner! Ok, dafür bezahlt mann auch einen ordentlichen Preis, aber diese Qualität ist es wert! Leider baut Takahashi keine +1000mm Newton Teleskope. Ich würde es sofort kaufen.

Anmerkungen zum Lacerta Photonewton 250/1000 f4

Da mir mein Skywatcher Quattro nach einer Weile doch zu klapperig war (ist eben nur eine billige Blechbüchse aus China :-)), habe ich mir nach einiger Recherche einen 10″ f4 Newton von Teleskop Austria gekauft. Das Teil ist auch nicht gerade günstig, wird aber von vielen tollen Astrofotografen verwendet. Lange war ich auch recht zufrieden mit dem Teil. Leider wird im Laufe der Zeit (oder zum Glück) aber auch das eigene Wissen um die Astrofotografie und die Bildbearbeitung immer besser. So habe ich doch einige Schwachstellen des Lacerta Nweton feststellen müssen. Eine der Geringsten ist, dass dieses Teleskop unbedingt eine „Kappe“ ginter dem Hauptspiegel braucht. Der Aufnahme des Spiegels lässt viel Licht durch. Das Problem ist mit einem dunklen Tuch schnell gelöst.

Schwerer wiegt da schon die Lichtdurchlässigkeit am OAZ. Sowohl die Auflageplatte an Teleskop, auf der der OAZ befestigt wird, noch der OAZ selbst, sind als Lichtdicht zu bezeichnen. Getestet habe ich das, indem ich eine lange 2″ Hülse in den OAZ gesteckt habe und so das Auge aufgelegt habe, dass kein Licht zwischen Auge und Hülse kommt. Natürlich habe ich das alles Nachts bei geschlossener Sternwarte gemacht. Dann habe ich mit der lampe von meinem Handy um den OAZ geleichtet. In der Hülse sah es aus, wie die Lasershow bei einer Party. Überall kam Licht herein. Im Bereich der Auflage des OAZ ist as einfach handwerklicher Pfusch. Klingt böse, ist aber so. Beim Lichteinfall an den Gleitrollen des OAZ (Teleskop Austria bewirbt ihn ja als HighEnd Gerät) war die Aussage von von AT: „das ist Bauart-bedingt“. Warum verbauen die dann keinen Feather Touch OAZ?
Was auch nicht so doll am Lacerta ist, sind die Kolimierschrauben. Die Hauptspiegelhalterung mit ihren 9 Schrauben ist noch ganz ok, wobei: warum muss ich da mit einem Inbusschlüssel rumhantieren? Schrauben mit einem ordentlich greifbaren Rädelkopf kosten auch nicht die Welt. Hier sieht man eben den Unterschied zu Takahashi! Gruselig sind die Schrauben und und das ganze geklapper am Fangspiegel. Ja, das machen die meisten Hersteller so, aber es geht besser und es gibt auch bessere Komponenten zu kaufen.
Ganz böse ist aber das Thema mit dem Komakorrektor. Ich hatte in meinen Bildern Kreisrunde Gradienten. Ich habe die Spiegel geputzt, dachte schon, meine Kamera hat Feuchtigkeit gezogen und habe wer weiß was versucht, diesen Fehler zu finden. Die Lösung kam von Daniel Nimmervoll. ER hat genau zu diesem Thema ein Video erstellt. Es liegt am GPU. Dieser sehr gute und weit verbreitete 2″ Komakorrektor ragt zu weit in das Teleskop hinein. Dadurch gibt es Reflexionen und diese erzeugen die Gradienten. Also fix Daniel seinem Rat gefolgt und bei TS einen 0,98 KK bestellt und die Gradienten waren weg. Wenn man jetzt fragt, wie das passieren kann: es ist ein Designfehler am Lacerta. Für dieses OAZ ist der GPU zu lang, wenn er voll eingesteckt ist. Hier wieder mein Mantra: Bei Takahashi gibt es solche Probleme nicht. Japanische Perfektion ist geil!!!


Update 01/26: Ich habe mir Anfang Januar bei TS einen sehr individuell konfigurierten ONTC 12″ f4 bestellt. Mal sehen, wie der sich macht. Entweder, ich verkaufe dann meinen Lacerta, oder ich bau alle Komponenten, bis auf die Hauptspiegelzelle aus und ersetze sie durch qualitativ hochwertige Teile. Mal sehen, was die Zeit so mit sich bringt 🙂

Das problem mit dem Backfokus

Es dauert immer eine Weile, bis man SEIN Setup gefunden hat. So bin ich schnell weg von der klassischen Foto-Vollformat Kamera hin zur gekühlten Astrokamera. Zuerst war  war es eine ZWO ASI533 mc PRO. Ein definitiv tolles Teil… aber doch mit einem recht kleinem Sensor. Jetzt habe ich eine ZWO ASI2600mc PRO mit APSC Chip. Dafür musste ich leider mein 1.25“ Filterrad gegen ein 2“ austauschen. Das 1.25“ ist für APSC zu klein.
Ach ja… von Anfang an habe ich einen OAG – einen off Axis GuideR eingesetzt. Das Gefummel mit dem separaten Guiding-Rohr war mir immer suspekt 🙂

Der OAG ermöglicht es, die Guidingkamera direkt durch das Teleskop schauen zu lassen. Das erspart das Herumgesucht mit dem separaten Guiding-Fernrohr. Hier hast du meist eine viel geringere Brennweite und es muss immer sehr genau ausgerichtet sein. Der OAG muss aber sehr genau justiert werden. 

Bei meinem Koma-Korrektor ist eine Entfernung vom Auflagemaß des Chips bis zum Koma-Korrektor von 55mm angegeben. Das bedeutet, dass vom Auflagemaß des Sensors der Guidingkamera bis zum Koma-Korrektor ebenfalls 55mm eingestellt werden müssen. Nur geht der Weg jetzt über das Prisma des OAG! Die folgende Zeichnung und die Fotos zeigen die Maße für beide AstroCam`s und soll das Thema etwas erklären.