Hier findest du Infos zu einigen Unterwasser-Video & Foto Ausrüstungsgegenständen

Die beiden Bilder oben zeigen mein finales Foto- und Video Setup, wie ich es final einsetze. Es ist quase die Eierlegende-Wollmichsau. Für meine Reisen habe ich das Setup aber stark reduziert. So wie es auf dem Bild dargestellt ist wiegt es inkl. Akkus und Kamera knapp 14 Kg, ist im Wasser neutral und kostet ca. 15.000 EUR 🙂

Wie das mit dem unter Wasser Foto & Video machen anfing…

Wenn man in einer Höhle taucht, an einer Steilwand oder an einem Wrack unterwegs ist kommt oft der Wunsch, das erlebte auch fest zu halten. Was liegt da also näher, als sich eine Actioncam zu kaufen. Bei mir fiel die Entscheidung damals auf eine GoPro HERO4 Black Edition. Zuerst habe ich sie auf meine Handlampe geschraubt. Das hat sich aber bald als keine gute Idee erwiesen, da die Schwenks viel zu schnell werden und kein wirklich ruhiges Bild entsteht. Die GoPro ist eine ausgezeichnete Kamera. Das Teil macht recht gute Aufnahmen, allerdings braucht sie viel Licht. Kritisch wird es im flacheren Bereich. Da werden die Aufnahmen sehr grün. Das ist eine Macke in der Software der GoPro / in ihrem Chip. Auf der anderen Seite macht sie, wenn es unten sehr dunkel ist, super detailgenaue Aufnahmen.

Da das Originalgehäuse nur 60m schafft, habe ich mir eins bauen lassen. Das kann definitiv tiefer als ich = +300m! Leider wiegt es auch das 5-Fache vom Original. Gesamt wiegt die Ausrüstung rund 2,5Kg an Land und im Wasser 1,3Kg und braucht daher ordentlich Auftrieb. Als Faustformel kann man rechnen: Gewicht im Wasser (1300g) / 2 = 650cm3 Auftriebskörper notwendig

Als Auftriebskörper kommen 2x INON Mega Float M zum Einsatz. Jeder hat 316 cm3 Luft im Gehäuse – in Summe also 632 cm3. Damit stimmt meine obige Faustformel also fast exakt. Ich muss auch noch 340g Blei anbauen, sonst hat die Kamera Auftrieb. Aber das ist Feinjustage.

Inzwischen habe ich die kleinen LED Lampen durch etwas Stärkere LED Lampen ausgetauscht. Ich habe mich für 2 D90F von Janut – heute DIVEPRO entschieden. Jede Lampe macht laut Herstellerangaben 9000 Lumen (Real ca 7.000). Das reicht, um jeder Höhle in ausreichend Licht zu tauchen. Allerdings hat dieses Licht keine tiefe Durchdringung. Es reicht ca 3-5m. Dahinter bringt es nicht viel. Im Nahbereich ist es genial!

Ein Nachteil des Trägergestell`s ist, dass es mit den großen Auftriebskörpern und den Lampen sehr stark zur Vibration neigt. Daher habe ich das Ganze System mit einem Holzbrett (umwickelt mit Panzertape) stabilisiert.

Update: September 2018:
Inzwischen sind nochmal 2 DIVEPRO LED Lampen hinzugekommen. Dieses Mal sind es 2x VISION – ebenfalls mit je 9000 Lumen. Das Bleigewicht ist nun verschwunden und das Holzbrett sorgt für den notwendigen Auftrieb.

Weil ich gerne mit professionellem Material arbeite, habe ich das 3D Set verkauft und mir eine GoPro HERO 6 Black und ein leichteres Unterwasser Gehäuse zugelegt. Da sich kaum jemand für 3D Videos interessiert bzw. kaum jemand sich eine 3D Brille kauft, macht die Produktion keinen Sinn.


Irgendwann kam mir wieder die Idee, mehr Fotos zu machen. Früher habe ich viel fotografiert. Inzwischen mache ich das nur noch mit dem iPhone – und das hat, wie auch die GoPro das Problem, dass den Sensor winzig klein ist. Da könne so viele Megapixel drauf sein wie möglich, kleiner Sensor = kleine Bildqualität / großer Sensor = große Bildqualität. Es kommt eben manchmal doch auf die Größe an 😉

Also habe ich mich nach einer neuen Digitalkamera umgeschaut. Wichtig waren mir folgende Parameter:

• APS-C Sensor (unter Wasser immer eine gute Wahl…)

•  Schneller Autofokus

•  Gute Bedienbarkeit

•  Ordentliches Rückseitendisplay 

•  Guter optischer Sucher (an Land will ich auf kein Display schauen…)

•  Wechselobjektive – also keine Bridgekamera

•  Bildstabilisator

•  RAW + JPG Fotos mit einer Aufnahme

•  Verfügbares Unterwassergehäuse mit mindestens 100m Tauchtiefe

Am Ende wurde es die Sony Alpha 6500. Ich habe sie auf einer Städtereise durch New York intensiv ausprobiert und bin immer noch begeistert.

Dann kam die komplizierte Wahl des Unterwasser Gehäuses. Als kompliziert hat sich die Objektiv Auswahl dargestellt. Ich wollte für unter Wasser ein Weitwinkel (min 8mm max. 15mm + Cropfaktor) mit gutem Lichtwert. Zoom musste nicht sein. Ich beherrsche ja auch einen Back Kick 😉 Weiterhin sollte es einen Autofokus und einen manuellen Fokus haben – und da wird es kompliziert. Es gibt zurzeit (09/2019) kein Weitwinkel eMount Objektiv mit manuellem Fokus, welches von Nauticam unterstützt wird. Man braucht nämlich nicht nur den Drehknopf zur Fokuseinstellung am Gehäuse, sondern auch den passenden Objektivadapter. Ok, Nauticam fertigt auch individuell… aber für 500€…

Ich habe mir dann ein Zeis Touit 12mm f2,8 gekauft und bin mega zufrieden. Es ist brillant klar, hat fast keine Krümmung am Rand und der Autofokus ist sehr schnell. Ach ja, … das Unterwassergehäuse. Ich wollte keine billige Plastikkiste, sondern Qualität und das bis 100m Tauchtiefe. Immerhin stecken im Gehäuse ja alleine schon rund 2.000€ (Kamera & Objektiv). Auf der anderen Seite wollte ich keine 6.000€ nur für das Gehäuse bezahlen. Also blieb nur Nauticam übrig. So einfach ist das manchmal 😉

Natürlich ist das Gehäuse für die Kamera nur ein Teil des Puzzles. Dazu kommt die Frage, welcher Dome (Kunststoff oder Glas) vor die Linse soll. Weiterhin kommen dann da noch Adapterringe, ein Vakuum System, Auftriebsarme, Klemmen usw. hinzu.

Hier hat mir Roland von PanOcean in Emden super geholfen und viel Zeit in die Beratung und Problemklärung mit Nauticam investiert! Klar, dann habe ich auch da gekauft ;-).

Dann war da noch die Frage; reichen meine 4 Videolampen auch für Fotografie?

Um es einfach zu machen; NEIN. Ein Blitz hat die teilweise 20fache Leistung einer Videolampe. Ich habe es beim ersten Testtauchgang probiert… die Fotos waren alle zu dunkel und auch eine höhere ISO bracht nur rauschen…

Also war schnell klar, da müssen 2 Blitze an die Arme. 

Allerdings gibt es folgendes zu beachten bei den Blitzen; bei der Höhlenfotografie kommt, besonders in Schieferbergwerken, dass Problem dazu, dass ein Blitz-Fokuslicht oft nicht ausreicht, dass der Autofokus der Kamera sauber fokussiert. Da ist es seeehr hilfreich, wenn man 2 Videolampen auf schwächster Stufe mit an hat.

Bei der Blitzauswahl war eines klar: es werden 2 Stück werden… nur welche. Da, wie oben beschrieben, gerade Schieferbergwerke sehr viel Licht absorbieren, wollte ich Blitze, die genug Leistung (Leitzahl ist da so ein Wert…) haben und auch manuell gut unter Wasser steuerbar sind. Warum manuell, wo es doch TTL Blitze gibt? Ganz einfach: Die TTL Lichtmessung in besagter Umgebung ist ein Glücksspiel. Mal klappt sie und mal geht sie völlig in die Hose. Lieber manuelle Blitzsteuerung und ggf. die Leitzahl oder eben die Blende ändern. Das Gleiche gilt auch für trübe Seen!

Welche Blitze wurden es nun? Geliebäugelt habe ich mit Retra Flash Blitzen. Aber die kosten rund 900€ je Blitz. Das sind sie sicherlich auch Wert… Aber es wurden etwas schwächere und günstigere, aber trotzdem tolle Sea & Sea YS-D2 in der neuen, gelben Ausführung. Angeschlossen habe ich sie mit 2 Lichtleiterkabeln. Diese werden vom Blitz der Sony Alpha im Nauticamgehäuse angesteuert.

Der erste Versuch mit den Blitzen im Bergwerk hat mich glatt umgehauen. Ich hätte die erzielte Bildqualität nicht erwartet. Von den 80 Testfotos waren lediglich 6 unscharf und rund 10 überbelichtet.

Ich habe mit Blende 7-13, Belichtungszeit 1/60 und ISO1000 gearbeitet. Die Blitze liefen bei rund 80% Leistung.

Die Testvideos waren nicht ganz so gut. Die Tiefenschärfe und Brillanz der Videos sowie die Schärfe waren TOP! Aber sie waren sehr lichtschwach – also etwas dunkel. Mein Fehler war vermutlich die ISO. Beim nächsten Versuch gehe ich mal auf ISO1600-2000. Mal schauen, wann das Rauschen anfängt.

Ideal wäre es, wieder auf 4 Videolampen zu gehen. Aber es sind jetzt schon über 10Kg an Land… ich habe noch 2 kleine DIVEPRO D9F Videolampen. Die werde ich als Fokuslicht und zusätzliches Videolicht einsetzen. Mal schauen, wie es dann klappt.

Was mich aktuell noch stört, sind die kurzen Akkulaufzeiten der Videolampen. Im Nauticamgehäuse unterstützt ein Zusatz Akku die Kameralaufzeit. Die Akkus in den Blitzen reichen gut für +200 Fotos, aber die Videolampen kommen nur auf 1h im kalten Wasser. Ich könnte zwar die größeren Akkus kaufen… aber aktuell schaue ich nach Videolampen mit IO-Cord Anschluss. Einen passenden Akku habe ich noch. Der muss dann natürlich am Gehäuse verbaut werden. Aber das bekomme ich hin. Zudem wäre das eine gutes Backup für meinen primären Akku Tank am Rebreather, womit ich mein Heizsystem und die Hauptlampe versorge. Also mal schauen, wo die Reise hin geht…

Und es geht weiter…
Bevor ich über Material und Anwendung berichte, erst noch einen großen Dank an Hans Dick für einen tollen Unterwasser Fotokurs und ebenso an Stefan Pape für einen nicht minder super unterwasser Video Kurs. Bei beiden Profis ihres Fachs habe ich je 2 Tage einen einzel Intensivkurs belegt. Unter Wasser ist eben doch manches anders 😉

Das Wesentliche, was ich lernen musste: 
Plane & Konzentriere dich auf einen Foto Tauchgang ODER auf einen Video Tauchgang. Du kannst beim Foto TG ein schnelles Mittelklasse Video drehen oder beim Video TG durchschnittliche Fotos machen.

Was ist der Hauptunterschied, außer die Kameraeinstellung? Ganz einfach… das Lichtmanagement. Bei beiden Arten der Bildgestaltung brauchst Du zusätzliche Lichtquellen, wenn du außergewöhnliche Ergebnisse haben möchtest. 

Machst Du Fotos, so ist es hilfreich, am Buddy oder abgelegt an geeigneten Stellen, Slaveblitze zu platzieren. Wenn du deinen Buddy ablichten möchtest, wird er passend platziert und dann Feuer frei. Seine hell strahlende Handlampe wird unter dem Licht der Blitze meist verblassen…

Beim Video sollte klar sein, welchen move du filmen möchtest. Dazu können Lampen am Grund platziert werden und der Buddy sollte ein Gespür dafür haben, wo er seine Lampe hinhalten soll. Gut ist auch, wenn man ihm eine x tausend Lumen Lampe mitgibt.

Beides braucht also sehr viel Vorbereitung und Absprache. Allein schon dadurch, dass du als Fotograf immer vor deinem Objekt sein solltest. Taucher Arsch Videos sind eben langweiliger Standard…. Aber einfach zu drehen.

Soweit einige Gedanken zum Thema Vorbereitung. Hier muss jeder seinen eigenen Weg und seine eigene Bildsprache finden. Darin liegt ja auch die Kunst!

Nun zur Ausrüstung. Wieso ich bei der Sony Alpha 6500 und dem Nauticam Gehäuse gelandet bin, kannst Du weiter unten lesen.

Das Basissetup für Foto und Video ist die Sony Alpha 6500 im Nauticam Gehäuse mit 4 Auftriebsarmen, ebenfalls von Nautican. Es sind je 2x 70x200mm und 2x 70x250mm. Damit habe ich in jeder Setup Version genug Auftrieb. Dazu habe ich natürlich einige Abtriebsgewichte, welche unter das Nauticam Gehäuse geschraubt werden… je nach Setup.

Am Ende der Arme hängen Zwei SeA & Sea YS-D2J Blitze. Die haben ausreichend Leistung. Allerdings steuere ich sie immer manuell. TTL in der Höhle oder im dunklen Wrack ist Bullshit.

Da ich beim Fotografieren nicht mit Videolampen die ganzen Schwebeteilchen anstrahlen möchte, aber trotzdem Licht für den Autofokus brauche, habe ich auf dem Blitzschuh eine Fokuslampe. Die schaltet ab, wenn der Blitz zündet. In meinem Fall ist es eine von BigBlue geworden. Ja, die Blitze haben auch diese Funktion mit dem Fokuslicht… aber ich will die Akkus in den Blitzen schonen.

Dazu habe ich zwischen beiden Auftriebsarmen je eine SeaYa VIDEO LED 70W. Die Lampen haben je 125° Abstrahlwinkel, eine Farbtemperatur von 5700°K und ca 8400 Lumen. Da ich mich für die saturierten Scheiben entschieden habe, kommen da vermutlich noch max 8000 Lumen raus. Das ist aber ausreichend. Schön an den Lampen sind die 3 Lichtstärkemodi, welche einfach über einen Piezo Schalter gesteuert werden. 

Und jetzt kommt natürlich die Frage: Warum ich nicht mehr die DIVEPRO VISION bzw. die etwas hellere D90F einsetze… Ganz einfach… jeder Akku hat mal ein Ende. Beim Video will ich nicht nach 50min kein Licht mehr haben. Daher wollte ich Lampenköpfe, die normalen IO/Cord Anschluss und 12V haben. Mit dem 24Ah XS Akkutank von Wings & More habe ich jetzt Licht für xxx Stunden. Ich muss es mal ausprobieren, wie lange das hält… Ok, jetzt wiegt der Ganze Spaß tauchfertig 10,5 Kg.

Ja, und jetzt widerspreche ich meiner Einleitung, ich will mit  Videolampen Filmen und mit den Blitzen fotografieren. Es ist ein Kompromiss. Aber bei manchen Tauchgängen ist man eben nur 1x am Spot. Natürlich haben diese Tauchgänge eine Foto Priorität. Video ist da nur ein AddOn. Aber wenn die SeaYa Lampen auf unterster Stufe mitlaufen, kann das auch gelegentlich hilfreich Sein.

Hier nun ein paar Fotos vom APSC Setup:

Leichtes Fotogepäck

Der große Vorteil des obigen Setups ist, dass ich immer fix Licht anmachen kann… und davon immer genug habe. Auch ist es ganz schön Bei leichtem Licht trotzdem zu blitzen. Das macht sich gerade in dunklen Höhlen gut und ist ein echter Sicherheitsaspekt. Die Gefahr ist nur, Dass die Bilder in der Mitte zu hell werden oder eben die Ränder zu dunkel.  

Ein klarer Nachteil ist das Gewicht und die recht dicken Arme. Daher habe ich mir ein leichteres Foto Setup zugelegt und dabei gleich das Problem mit der schief stehenden Kamera und dem nervigen Umkippen unter Wasser gelöst.

Da der Dom sehr viel Luft in sich trägt, kippt er, wenn ich die Kamera los lasse, nach oben. Die Kamera liegt also auf dem Rücken. Ok, bei dem schweren SetUp oben dauert das lange… wegen der Trägheit. Aber bei den leichten Armen vom Fotosetup geht das in Sekunden. Gleichzeitig Hatte ich durch den Wegfall des Akkus nichts mehr unter der Kamera. Also kippte sie beim Hinstellen nach hinten. Die Lösung für alles war nicht 42, sondern Felgenblei unter dem DOM und einen Auftriebsblock unter die Kamera. Und jetzt passt es 🙂

Der Auftriebsblock lässt sich durch die Schrauben gut in den Längsachse – also zum DOM hin oder eben zurück, justieren. Das hilft beim finalen Trimm.

Ein paar Anmerkungen zu UW Video Lampen

Das Spektrum von UnterWasser Videolampen wird immer unübersichtlicher. Jeder Lampenhersteller bietet in seinem Sortiment eine normale Tauchlampe mit < 110° Reflektor als Videolampe an. Manche machen das sogar in einem Gehäuse, wie z.B. GRALMARIN. Bei anderen sind es getrennte Köpfe, wie z.B. bei SeaYa. Dann gibt es die richtigen UW Video Lampen, wie z.B. von KELDAN, welche so zwischen 1.300 und 4.000 Euro je Stück liegen.

Eine wichtige Frage, die sich jede Unterwasser Foto/Videograf stellen muss ist, welche Burntime brauche ich. Bei Akku betriebenen Lampen ist die eben sehr begrenzt. Meine DIVEPRO Lampen sind bei 8° kaltem Wasser nach max 1,5h aus. Wenn sie überhaupt so lange halten. Wer mehrere Stunden haben will, kommt um ein Lampensystem mit IO-Cord und zentralem Akkutank nicht herum.

Inzwischen kommen aber immer mehr Chinesische Firmen auf den Markt. Dabei werden die Lumenwerte immer astronomischer. 34.000 Lumen sind dabei schon kein Problem mehr. Ich selbst habe einige Lampen von der Firma DIVEPRO (ex Janut). So z.B. die D90F  und die VISION. Beide mit großem Abstrahlwinkel und je um die 8.000 Lumen und dicht bis 100 Meter.

Schön an diesen Lampen ist, dass sie einen kompakten Akku haben und man nicht für jede Lampe mit 4 einzelnen Akkus herum Handtieren muss.. Auch sind sie in 2 bzw. 3 Stufen dimmbar.

Eine Schwachstelle sind die Schalter. Aber das ist bei fast allen UW Lampen ein Problem. Gerade wenn es kalt ist, haben die so manches Mal ihre Schaltprobleme. Die Verarbeitung in Summe ist aber absolut hochwertig. Sie sind wesentlich kostengünstiger, als die üblichen Marken. So kostet die D90F rund 400 Euro und die Vision 550 Euro. Immer inkl. BallMount und Ladegerät.

Interessant bei Divepro ist auch, dass man längere und somit stärkere Akkus kaufen kann. Somit kann man die Burntime schön verlängern.

Eine kleine Anmerkung zu den Lumen Monstern… Irgendwann blendet das Wasser die Lichtmassen zurück. Dann ist auch lein vernünftiges Foto oder Video mehr möglich. Wer 10 Meter in die Tiefe oder mehr ausleuchten will, kommt um externe Lampen / Blitze nicht herum. 

Unter Wasser Video

Nach vielen tausend tollen Unterwasser Fotos mit dem Sony Alpha 6500 Setup wollte ich, wie auch an Land, auf eine Vollformat Kamera wechseln. Das ist einfach nochmal ein erheblicher Sprung in der Bildqualität. Es wurde eine Sony Alpha 7 iv. Ein super Autofokus, 33 Mega Pixel und ein gutes ISO Verhalten – also recht Rauscharm. Dazu das Sigma 14-24 f2.8 DN DG Art.

Natürlich war dafür ein neues Nauticam Housing inkl. DOM, Adapter Ringe und jede Menge Kleinkram notwendig. Hier ein dickes Dankeschön an Roland Conrad von Panocean in Münster. Es gab wieder eine TOP Beratung und am Ende ein super Setup:

Vor dem Nauticam Gehäuse sitzt jetzt ein 230mm Glas dom. Darüber habe ich mir einen Weefine Monitor gegönnt. Das Kamera Rückdisplay ist mir zu klein und ich muss die Kamera immer sehr hoch halten. Jetzt habe ich das Bild im Rückdisplay und auf dem Monitor. Eine sehr feine Sache.

Die Blitze sind meine „alten“ Sea & Sea YS-DJ2. Das Videolicht stammt ebenfalls vom APSC Setup. Es sind die tollen SeaYa Video70 Lampen – versorgt von einem 23 Ah Carbon Akku. Der Ganze Spass wiegt inkl. Kamera, Akkus & co. rund 15 Kg.

Als Videolampen verwende ich die SeaYa Video 70 Watt Lampen. Diese sind in 2 Stufen Dimmbar und haben eine schöne Farbtemperatur. Die Qualität ist TOP und der Service von SeaYa sehr gut. Die Videolampem bekommen ihren Strom von einem 23Ah Akkutank mit 2 IO-Cords. Beide sind einzeln schaltbar. Da ich den gleichen Akkutank an meiner Tauchausrüstung für die Hauptlampe und die Heizung trage, fungiert der Akku an der Camera auch als Notreserve… z.B. bei sehr langen und kalten Tauchgängen.

Auf den Fotos ist nochmal der Weefine Monitor zu sehen. Ich habe ihn synchron mit dem Rückdisplay der Kamera geschaltet. Bei kalten Tauchgängen mache ich den Kameramonitor aber aus.

Eines sei zum Weefine Display noch gesagt: Bei flachen Tauchgängen und Sonnenschein… also z.B. Ägypten oder so, siehst du nix auf dem Weefine. Er hat eine recht niedrige Nits (Helligkeit) Zahl. In der Höhle ist das kein Problem und auch nicht bei 100m Tiefe… Dafür kostet er „nur“ 1.450 EUR. Dafür bekommt man sonst nur den ATOMOS Monitor und dann kommen nochmal rund 2.000 EUR für das Nauticam Gehäuse und die Kabel. Es ist also ein Preiskompromiss. Aber den gehe ich „erst mal“ ein.

Der Trimm der ganzen Sache ist ein Thema für sich. Die 4 auf den Fotos zu sehenden Auftriebsarme haben jeder einen Auftrieb von 670 Gram – Zusammen also 2,68 Kg. Dazu kommt nochmal ein Feintrimm Auftriebskörper von 170 Gramm… In summe also 2.85 Kg Auftriebskörper! Das ist im Wesentlichen dem schweren Videosystem (Lampen und vor allem der Akku) zu verdanken.

Neben dem Trimmkörper spielt natürlich der Tragegriff noch eine Rolle. Ihn habe ich in den Gesamt trimm natürlich mit einbezogen. Klippe ich die Kamera an meinem Harnes oder an einer Stage fest, hat die Kamera leichten Auftrieb. Das ist durchaus gewollt. Möchte ich mal etwas mehr Abtrieb, hänge ich einen Doppelender an die Kamera und sie sinkt zu Boden.

Dieses Setup ist meine Allrounder und vor allem Cave Variante. Wenn ich die SeaYa Lampen auf der untersten Stufe laufen lasse habe ich tollen Licht und die Blitze stört es nicht… die sind eh stärker 😉

Eine Anmerkung noch zu dem Bungee zwischen den Auftriebsarmen. Das ist nur eine Transportsicherung, so dass die Arme & die Klemmen entlastet werden und ich nicht alles so fest anziehen muss. Zum Tauchen kommt das ab. Ansonsten trage ich die „Handtasche“ wie auf dem nebenstehenden Bild.

Das gesamte Gewicht des Tauchfertigen Setups liegt bei fast 16Kg! …oder war das ohne Akkus??? Vom Preis ist das Ganze wie eine gute Hermes Handtasche 🙂

Das Travel Foto Setup
Wenn es mit dem Flieger zum Fotospot geht, zählt jedes Gramm. Deshalb habe ich mir ein Setup für Reisen gebaut. Es gibt als Lichtquelle nur die Blitze und die Fokuslampe. Die ist für dunkle Ecken bzw. in der Höhle die Lichtquelle, welche der Fokus braucht, um zu arbeiten. Die Handlampe wäre hier ungeeignet, da hier beim Foto unschöne Coronaränder des Lampenlichtes auftauchen können. Die Fokuslampe erkennt den Blitz und schaltet sich für den Bruchteil einer Sekunde ab. Das Reicht, um nicht mit auf dem Foto als Lichtquelle aufzutauchen. 

Unter Wasser Blitzen

Unter Wasser gibt es ein Problem:  Wasser hat eine viel höhere Dichte als Luft. Das bekommen wir positiv beim tarieren mit und negativ bei der Reichweite von Licht. Ein guter Blitz kann der Vordergrund in einem Abstand von 2 bis maximal 3 Metern gut ausleuchten. Danach sinkt die Bildqualität. Entweder die ISO muss gigantisch hoch oder das fotografierte Objekt bekommt ordentliches rauschen. Hilfreich sind hier Slave Blitze oder, wie es an Land heißt: entfesseltes blitzen. Damit wird die Unterwasserfotografie aber auch seeehr aufwendig.

Als Hauptblitze verwende ich Zwei Sea&Sea YS-DJ2. Die haben mit einer Leitzahl von 32 genug Feuer für dunkle Höhlen. Meistens stelle ich sie auf Halbe Leistung oder etwas drüber. Klar, steigt der Abstand zum Objekt, dann muss volle Leistung eingestellt werden. Ach ja… vergesst unter Wasser TTL. Ich stelle meine Blitze ausschließlich manuell ein.

Bei der Portraifotografie, oder besser gesagt, dem fotografieren des Buddy`s vor einer Wand oder einem Wrack ist es hilfreich, ihm einen oder zwei Slaveblitze auf den Rücken / sein Tauchgerät zu schnallen. Dazu kommt aber nun das Problem, dass viele Slaveblitze den Auslöseimpuls vom Blitzgerät des Fotografen bei größeren Distanzen nicht verarbeiten können (hohe Dichte des Wassers…). Dafür gibt es von Heinrichs Weikamp so genannte Remote Slave Units (RSU). Das sind hoch empfindliche Lichtsensoren, die an das Anschlusskabel des Blitzes angeschraubt werden. Diese RSUs sind so empfindlich, dass sie bis 25m den Auslöseblitz empfangen können und dem Slaveblitz das Auslösesignal geben. Natürlich sollte der Sensor an Buddy zum Fotografen zeigen. Ach ja… wenn mehrere Unterwasserfotografen an einem Spot so arbeiten… dann sind die Slave-Blitz-Akkus von allen Buddy schnell alle 😉

Ich habe mir eine Trägerplatte für 2 Nikonos SB105 Blitze gebaut. Am linken Blitz ist das Kabel mit dem Sensor, welches mein Buddy an der Hand trägt. Der Sensor des rechten Blitzes liegt direkt vor dem linken Blitz und wird von diesem ausgelöst.

So kann ich auch unter Wasser die Blitze abbauen, auf ein Stativ setzen und frei positionieren.

Durch den Einsatz von Kugelklemmen kann ich die Blitze recht frei ausrichten. Natürlich braucht man dafür einen geduldigen Buddy… der vor allem, wenn fotografiert wird, die Beine nicht in der Frock Kick Position hält… sonst gibt es unschöne Schatten…

Die Herausforderung besteht nun, das Set auf den unterschiedlichsten Tauchgerätes fest und sicher zu positionieren. Der erste Versuch war auf einer D12. Hier habe ich das Set mit Gummiseil befestigt.

Ansonsten hat sich das Set super bewährt. Auch das Anblitzen von Blitz 1  an den Sensor von Blitz 2 funktioniert einwandfrei. Keinerlei Probleme mit der Synchronzeit.

Ich habe die NIKONOS Blitz auch auf einem Rollei Stativ verwendet – natürlich mit angebautem HW Sensor.
Er ist super empfindlich und löst den Blitz auch aus, wenn er nicht direkt zu den Steuerblitzen zeigt. Ein wirklich gutes Teil!