Hier findest du meine subjektive Sichtweise zur Tauchausbildung

TAuchausbildung – eine kontroverse betrachtung
Tauchausbildung ist ein spannendes Thema. Da gibt es zum einen die Verbandsgläubigen. Allen voran sicherlich frisch brevetierte GUE Fundamental Absolventen ;-). Aber auch bei TDI, VDST,PATD, IANTD und den anderen (ich beziehe mich hier mal auf die, welche in Deutschland am bekanntesten sind) haben so ihre Club Fanatiker.
Wo soll man nun hin gehen?
Welcher Verband ist der Beste?
Meine Meinung nach: sie sind alle Profit Organisationen. Und für Geld verkaufen sie auch ihre eigenen Regeln. Das habe ich leider erleben müssen, als ich 2019 in Mexico Sporttaucher mit Monoflasche auf dem Rücken in Höhlen gesehen habe. Vorne weg ein hoch brevetierter GUI Instructor! Also in einem Bereich, wo absolute Dunkelheit herrscht und kein Ausgang zu sehen ist.
Nach einigem Nachfragen habe ich von Instruktoren verschiedener Verbände die Aussage bekommen, dass man eine gesonderte Regel verfolgt: Sporttaucher dürfen in Höhlen, so lange eine Auftauchstelle nicht weiter als 60 Meter entfernt ist. Als ich verwundert anmerkte, dass das doch eine Cave Ausbildung erfordert, wurde mir mitgeteilt: „wenn ein Verband seinen Tauchschulen in Mexico das verbietet, dann gehen die Taucher woanders hin. Der Umsatz der Sporttaucher ist zu wichtig“. Also werden weiterhin mit dem Segen der großen Verbände Sporttaucher durch das Dream Gate und andere Cave Bereiche geschleust. Leider ist die Tec- und Cave-Tauchbranche zur gleichen Brevet-Verkäufer-Maschine geworden, wir die Sporttauchindustrie. In den Manuals steht: „mach einen Kurs und dann übe, übe, übe“. In der Praxis ist nach dem Kurs vor dem Kurs und so ganz nebenbei verhökert der geneigte Instructor noch mächtig viel Ausrüstung an seinen Schützling.
Du meinst, diese Sichtweise ist überzogen? Dann geh mal an einem Samstag Vormittag an einen Tauchsee oder an eines der Bergwerke im Sauerland, stell dich mal neben die Rebreathertaucher und höre einfach nur zu. Schnell erkennt man dort tauTaucher, welche kaum Ahnung von ihrem Rebreather haben und beim kleinsten Problem jammern, dass sie nicht tauchen können. Wenn solche Leute mal ein richtiges Problem unter Wasser bekommen, wird es seeeehr eng.
Wenn man da noch keine Angst bekommt, dann einfach mal (sofern man eine Cave Ausbildung hat) rein in die Grube und schauen, was im Bremsberg so alles los ist. Klar, mehr als 5 Taucher im Bremsberg und die Sicht geht in die Knie, das ist eben so und auch kein Problem. Schlimm wird es erst, wenn Taucher, welche aus der Gruben kommen, beim Auftauchen von Vollidioten nicht an der Leine vorbeigelassen werden weil die halb Panikhaft in die Leine beißen und nicht bereit sind, sich davon zu lösen. Oder man kommt nach einem 2-3 Stunden Tauchgang müde und kaputt den Bremsberg hochgekrabbelt, will seinen Rebreather an einem Rödeltisch abstellen… und da stehen 10 Geräte schön zum abtrocknen und die geneigten Besitzer dieser Geräte gaffen einen blöde an. Natürlich nimmt niemand seine Kiste mal weg… Das ist heute leider in den hiesigen Bergwerken normal. Natürlich kann man das nicht automatisch dem Ausbilder vorwerfen. Jeder Taucher muss sich nach der Ausbildung selber weiter entwickeln. Aber es ist schon auffällig, wie der Level der Leute gesunken ist. Anders ist das z.B. in der Grube Schwalefeld. Dieses Bergwerk ist komplex zum betauchen, die Sicht ist meist mies und mit 35m auf der ersten Sole und 70m auf der Zweiten Sole, kein Kinderspielplatz. Dementsprechend findet man hier die erfahrenen Höhlentaucher – und das ist ein ganz anderer Umgang 🙂
Aber man muss auch Fair sein und die guten Dinge benennen. So hätten wir heute z.B. ohne PADI keine Ausbildungsstandards. Die haben die Pionierarbeit geleistet. Dafür gebührt ihnen mein Dank!
Ebenfalls toll finde ich das System von GUI (nein, bei denen habe ich noch keinen Kurs absolviert, aber viele Freunde von mir).
Da wird nicht nur ein Kurs verkauft und dann „schön, wenn Du bald wieder einen Kurs buchst“…, sondern der Taucher wird in der Gemeinschaft zu weiteren, gemeinsamen Aktionen animiert. Auch finde ich, dass GUI der einzige Verband ist, wo man den Begriff „Qualitätsmanagement“ überhaupt ansetzen darf.
Und Qualität ist etwas, was in der Tauchausbildung zwar immer benannt wird… aber hat schon mal jemand bei seiner Tauchausbildung erlebt, dass plötzlich ein Instructor Trainer oder Curie Director eine unangemeldete Kontrolle des Kurses durchgeführt hat??? Ich habe so etwas noch nie erlebt oder davon gehört.
Fazit: Nimm den Verband, wo der Instructor Deines Vertrauens ist oder nimm den, welcher an Deinem Tauchspot akzeptiert wird. Z.B. kommt man nicht mit jedem Verbandsbrevet in jede Höhle…
Welcher Instruktor ist der Beste?
Auch hier ist sie Auswahl schwer. Eines der Grundprobleme ist, dass ich als SCHÜLER ja etwas lernen möchte. Das setzt natürlich voraus, dass mein Lehrer LEHREN kann. Viele Instruktoren können zwar super etwas vortauchen, aber sie sind Methodisch & Didaktisch oft gebildet wie 5 Meter Schotterpiste… Sie können dir nichts beibringen, nur vortauchen. Dazu kommen teilweise auch erhebliche Wissenslücken in der Tauchtheorie. Sie plappern dir zwar alle Regeln vor, aber frage bloß nicht nach warum, woher oder wieso?
Was also nun tun, um den richtigen Instruktor zu finden? Höre Dich in Deinem Umfeld um. Frage nach. Wichtig auch, erst mal schauen, welcher Instructor überhaupt Den von Dir angestrebten Kurs ausbilden darf. Wenn du Rebreather tauchst und in die Bergwerke oder Höhlen möchtest, wird manchmal die Anzahl der Ausbilder seeehr klein. Wenn Du dann Zwei, Drei Instruktoren gefunden hast, Sprich mit ihnen. Wichtig ist, dass ihr zusammen klar kommt! Vorsicht, wenn du auf einen sehr jungen Instructor triffst, der zig Geräte ausbildet und das über alle Level… Zu schnell zu hoch ist meist nicht gut.
Dann mach einen Tauchgang mit ihm zusammen. Ein guter Instructor wird das eh fordern, bevor er dich ausbildet. Wenn er für den Schnuppertauchgang Geld will, ist das völlig ok. Ach ja… zum Thema Geld. Nach meiner Erfahrung verlangt ein guter Instructor 150€ am Tag + ggf. Eintrittsgelder. Also Vorsicht vor Angeboten, wo ein 5 Tage Kurs für 300€ angeboten wird. Und natürlich… die Brevets kosten immer extra 😉
Pass aber auch auf, wenn ein Kurs, der normaler Weise 600€ kostet, für 1000€ angeboten wird. Manche wollen mit überzogenen Preisen darlegen, dass sie die Besten Ausbilder sind! Also stecke Zeit in die Wahl Deines Instructors!
Und wie immer gilt: Wenn DU das Brevet in den Händen hältst heißt das nur, du hast an einem Tag etwas gelerntes wiedergeben können. Jetzt beginnt die Arbeit, es in die tägliche Routine einzubauen. Taucher sterben nicht wegen schlechter Ausbildung (i.d.R…), sondern weil sie sich überschätzen!
Ich habe inzwischen an die 30 Kurse absolviert. Nicht immer mit Brevet. So habe ich z.B. einige SKill & Ausrüstung Trainings gemacht um an einzelnen Problemen / Herausforderungen mit der Unterstützung erfahrener Ausbilder zu arbeiten. Und ganz wichtig: suche dir Buddys, zu denen du aufschaust und die unter Wasser etwas können. Von denen kannst etwas lernen.